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Ernährung

Wie wir zu Hause kochen & essen – Einblicke in unsere heimischen Koch- und Essgewohnheiten

Wie wir zu Hause kochen und essen

Für jeden Zweiten Deutschen hat das Thema Essen einen sehr hohen Stellenwert. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass der anderen Hälfte der Bevölkerung Essen weniger wichtig oder weitgehend gleichgültig ist. Schon in meinem Beitrag "Unser täglich Essen - Männer und Frauen im Vergleich" wurde deutlich, dass Frauen wesentlich gesünder essen als Männer. Es ist also nicht verwunderlich, dass bei der Frage nach dem Stellenwert des Essens wieder die Frauen (55%) vor den Männern (41%) landen. Aber gibt es bei den Koch- und Essgewohnheiten im eigenen Haushalt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Kochen Frauen häufiger frisch, während der Mann das Fertiggericht in die Mikrowelle schiebt? Oder sind bei unseren Koch- und Essgewohnheiten andere Kriterien, wie das Alter, der Erwerbs- und der Sozialstatus oder die Haushaltsgröße von größerer Bedeutung?

Zu Hause kochen- scheint lecker zu sein!

Kochen ist auch 2016 überwiegend Frauensache. 80% der Frauen sind zu Hause für das Kochen zuständig, nur bei 35% heißt es "Mann in der Küche" ;-). Von ihren Fähigkeiten am Herd sind stolze 93% der Frauen überzeugt und bezeichnen sich selbst als gute bzw. sehr gute Köchin. Männer hingegen sind weniger von ihren Kochkünsten überzeugt: nur 59% schätzen ihre Fähigkeiten als mindestens gut ein.
Erstaunlicherweise scheint den anderen Familienmitgliedern das selbst gekochte Essen (egal wer es zubereitet hat) vorzüglich zu schmecken: 93% geben an, dass der Koch oder die Köchin gut bzw. sehr gut kochen kann. Bei diesem Punkt spielt die Art der Fragestellung natürlich eine wesentliche Rolle. Wer würde schon im Beisein seines Partners sagen: "Meine Frau kocht mittelmäßig" oder "Was mein Mann kocht, geht gar nicht!"Auch Kinder neigen wohl nicht zur absoluten Objektivität und stellen ihren kochenden Eltern schon mal ein besseres Zeugnis aus. Aber egal: Offensichtlich beklagt sich so gut wie niemand (öffentlich) über hausgemachtes Essen - und weil es allen so gut schmeckt, wird auch fleißig selbst gekocht. Nein, das kann man nicht so sagen.

Kochhäufigkeit - Frisch gekocht wird nicht jeden Tag!

Nur in 50% aller Haushalte gibt es täglich selbstgekochtes Essen, in jedem dritten wird noch drei- bis fünfmal in der Woche gekocht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Erwerbstätigkeit: je weniger Mann oder Frau arbeitet, desto mehr wird täglich gekocht. 37% der in Vollzeit tätige Frauen gab an, fast täglich zu kochen (33% der Männer) dem gegenüber stehen Rentnerinnen, bei denen knapp 82% beinahe täglich am Herd stehen (62% Rentner). Frauen und Männer, die in Teilzeit, geringfügig oder kaum arbeiten bzw. arbeitslos sind, liegen dazwischen (wobei immer die Frauen deutliche höhere Kochhäufigkeiten erreichten).

Der Faktor Zeit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ein Drittel gibt an, keine oder zu wenig Zeit fürs Kochen zu haben, bei den Berufstätigen sind es sogar 50%, denen es an der Zeit fürs kochen mangelt. Auch die Größe des einzelnen Haushalts ist für die Kochhäufigkeit relevant. Während in Single-Haushalten signifikant seltener täglich gekocht wird (Frauen 47%, Männer 24%), geschieht dies in Nicht-Single-Haushalten wesentlich häufiger (Frauen 65%, Männer 43%).

In Haushalten mit Kindern steigt die tägliche Kochhäufigkeit zumindest bei den Frauen weiter an (68% vs. 59% ohne Kinder), während bei Männern hier keine signifikante Änderung zu beobachten ist.
Männern und Frauen mit Migrationshintergrund wird in den Statistiken ebenfalls eine deutlich höhere tägliche Kochhäufigkeit (Frauen 71%, Männer 47%) attestiert als dies bei Männern und Frauen ohne Migrationshintergrund der Fall ist (Frauen 59%, Männer 38%).

Nicht wenige Menschen (vor allem Männer) haben aber auch einfach keine Lust (Männer: 14%, Frauen 8%), sich an den Herd zu stellen oder bezeichnen sich selbst als zu faul dazu (Männer: 9%, Frauen 4%).

Der soziale Status scheint dagegen kein geeignetes Unterscheidungsmerkmal in Puncto Kochhäufigkeit zu sein. So gut wie keine Abweichung zwischen den in der Studie herangezogenen Schichten gab es bei der Frage nach dem täglichen Kochen (niedrige soziale Schicht: 61,1%, mittlere soziale Schicht: 61,5%, hohe soziale Schicht: 61,3%) bei den Frauen. Auch bei den Männern (niedrig: 36,3%, mittel: 42,3%, hoch: 39,7%) waren die Unterschiede nicht signifikant.

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Fertiggerichte, vor allem bei jungen Menschen und Kochverweigerern beliebt

Klar, selbst kochen braucht Zeit. Erstmal überlegen, was auf den Tisch kommen soll, Rezept suchen, Zutaten einkaufen und dann eben die Zubereitung. Weil man aber was (warmes) essen muss und das nicht jeden Tag auswärts tun möchte, sind Fertiggerichte eine naheliegende Option. So sind es dann auch 40% der Bevölkerung die ein- bis zweimal die Woche auf Fertiggerichte zurückgreifen. Auffällig ist beim Konsum von Schnellgerichten, dass hier vor allem jüngere Menschen gerne mal zum Essen aus der Packung greifen. 42 Prozent der 18-25-Jährigen essen ein- bis zweimal mal in der Woche ein Gericht aus Tüten, Konserven und Co. Auf der anderen Seite stehen auch hier wieder Seniorinnen und Senioren, bei denen lediglich 19% angeben, ein- bis zweimal pro Woche zum Fertiggericht zu greifen.

Ähnlich wie bei der Kochhäufigkeit, spielt auch beim Konsum von Fertiggerichten die soziale Schicht eine untergeordnete Rolle. Zwischen Menschen mit guter Bildung und höherem Einkommen auf der einen und Menschen mit geringer Bildung und Geringverdienende auf der anderen Seite gibt es keine gravierenden Unterschiede beim Verzehr von industriell gefertigten Mahlzeiten. Entgegen den Erwartungen (zumindest meinen) sind es hier sogar diejenigen mit guter Bildung, also Abitur oder Studium (44%), die etwas häufiger zu Fertigpizza und Co. greifen als etwas Männer und Frauen mit Hauptschulabschluss (36%).

Einen Zusammenhang gibt es allerdings zwischen der Kochkompetenz und der Kochhäufigkeit: Wer von sich selbst behauptet nicht kochen zu können, landet auch schneller bei der Tütensuppe oder holt sich mal eben was von der nächsten Imbissbude.Während es lediglich 5% der Hobbyköche mehr als dreimal in der Woche zur Tiefkühltruhe oder zum Fast-Food-Restaurant zieht, sind es bei den "Antiköchen" stolze 20%.

Zu Hause essen - am Tisch oder vor dem Fernseher?

Wer schon für die Zubereitung des Essens keine Zeit hat, legt in der Regel auch beim Verzehr keinen gesteigerten Wert auf ein in Ruhe am Esstisch eingenommene Mahlzeit. Vor allem bei Singles (49%) und jüngeren Menschen (39% der 18-25-Jährigen) laufen während des Essens häufig Fernseher und Computer oder es liegt eine Zeitschrift neben dem Teller. Menschen über 55 Jahren nehmen dagegen ihre Mahlzeiten überwiegend ohne Ablenkung am Tisch ein, hier sind es nur 22%, die parallel zum Essen anderen Beschäftigungen nachgehen. Je größer der Haushalt, desto mehr scheint sich das gemeinsame Essen am Tisch durch den Alltag zu ziehen. Bei Familien mit zwei Kindern sinkt der Anteil der "Nebenbeiesser" schon auf ca. 15% ab.

Mittagessen und Frühstück: immer seltener zu Hause

Es übrigens nicht nur das Mittagessen, dass immer seltener zu Hause eingenommen wird. Auch beim Frühstück ist die Anzahl derjenigen, die das Frühstück am heimischen Tisch genießen in den letzten zehn Jahren deutlich rückläufig. Und das betrifft, nicht nur (aber vor allem) die Gruppe der 20 bis 50-Jährigen, sondern bereits Kinder im Alter von 3-5 Jahren. Bei den Menschen im mittleren Alter frühstückt nur noch etwas mehr als jeder Zweite daheim, bei den Kita- bzw. Kindergartenkindern sind es noch zwei Drittel. Tendenz: weiter abnehmend. Auf noch niedrigerem Niveau liegt erwartungsgemäß das Mittagessen: hier isst nur noch etwas mehr als ein Drittel der Personen zwischen 20 und 50 Jahren zu Hause. Nur wenig häufiger essen die 3 bis 5-Jährigen (41%) und die 6 bis 9-Jährigen (52%) zu Hause. Leider gibt es keine Zahlen zum Abendessen und es bleibt unklar, ob für die Mehrzahl das Mittagessen oder das Abendessen als Hauptmahlzeit angesehen wird. Auch hier dürfte sich die Gewohnheiten in den letzten Jahrzehnten zugunsten des Abendessens verändert haben, da für Vollzeit-Berufstätige und Ganztags-Kitakindern häufig nur die Abendstunden für ein gemeinsames Essen zur Verfügung stehen.



Webwatch zum Thema "Zu Hause kochen & essen"



Die Top 10 der Gemüsesorten – So viel essen wir von unserem Lieblingsgemüse pro Jahr

So viel essen wir von unserem Lieblingsgemüse pro Jahr

Mein Blick in die Ernährungsstatistik widmet sich diesmal dem Thema Gemüse oder genauer unseren beliebtesten Gemüsesorten und der Frage wie viel davon wir zu uns nehmen. Der erste Platz in der Top 10 der Gemüseorten geht dabei an eine Kandidatin, die man einerseits dort erwarten würde, andererseits ist es nicht mal klar, ob man sie überhaupt "Gemüse" nennen darf. Klingt komisch oder?

Wie wir aus dem letzten Post aus dieser Reihe bereits wissen, ernähren sich Frauen gesünder, unter anderem weil sie beim Verzehr von Gemüse etwas vor den Männern liegen. Dennoch liegen beide Geschlechter bei der durchschnittlich verzehrten Menge deutlich unter der von der DGE empfohlenen Menge von etwa 400g/Tag (=144kg/Jahr). Und das obwohl sich unser Gemüsekonsum zwischen 1990 (81kg/Jahr) bis 2014 (93,7 kg/Jahr) bereits deutlich erhöht hat. Nicht in diesen Zahlen enthalten ist übrigens der Verzehr von Kartoffeln. Ihr mögt euch - genau wie ich - fragen: Sind Kartoffeln etwa kein Gemüse? Tja, hier scheinen wohl mehrere Antworten möglich zu sein. Die Statistiker des BMEL bezeichnen die Knolle als "landwirtschaftliche Kultur" und führen sie in einer Gruppe mit Reis und Hülsenfrüchten, die DGE packt die Kartoffel zu Reis, Nudeln, Brot und Getreideprodukten. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es absolut nachvollziehbar, die Kartoffel mit anderen kohlendydrat- bzw. stärkehaltigen Lebensmitteln zu betrachten, schließlich wird sie - in unterschiedlichen Ausprägungen -  nicht selten als Sättigungsbeilage gereicht. Rein biologisch ist die Kartoffel allerdings den Nachtschattengewächsen zuzurechnen, darunter fallen u.a. auch Tomate und Paprika - und bei diesen beiden Vertretern ist man sich einig, dass sie zum Gemüse zählen. Auch in zahlreichen anderen Ländern ist es üblich die Kartoffel als Gemüse zu bezeichnen. Im Jahr 2003 hat man auch hierzulande die Kartoffel zum "Gemüse des Jahres" ernannt. Ich bin einigermaßen verwirrt, habe mich aber dafür entschieden, die Kartoffel in die Auswertung zur Top 10 der beliebtesten Gemüsesorten zuzulassen.

Fanfare! Hier kommt die Auswertung:

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Wenig überraschend, liegt die Kartoffel dann auch unangefochten auf Platz eins. Mit 57,7 kg wurde vom Top-Gemüse mehr als doppelt so viel verzehrt wie von der Tomate, die mit 24,8 kg auf dem zweiten Platz der Gemüse-Charts gelandet ist. (Falls ihr der Meinung seid, die Kartoffel zähle nicht zum Gemüse, wäre damit die Tomate euer Platz 1 ;-). Den Bronzerang ergattert mit 8,6 kg die Karotte bzw. Möhre (hier wird eigenartigerweise auch die rote Rübe bzw. rote Beete mitgezählt), den undankbaren vierten Platz erreicht knapp dahinter die Zwiebel (8,3 kg).

Nicht in die Top 10 geschafft haben es unter anderem: Spargel (1,5 kg), Porree (1,3 kg), Erbsen (1,2 kg) und Spinat (1,1 kg). Überhaupt nicht erwähnt wird in den Statistiken ein Gemüse, das in meiner persönlichen Rangliste sicher unter den ersten zehn gelandet wäre: Paprika (übrigens Inhaber der Auszeichnung "Gemüse des Jahres 2015/16").

Im zweiten Teil der Auswertung seht ihr die historische Entwicklung des deutschen Gemüseverzehrs und des Verzehrs von Kartoffeln seit 1950 (Zum Anschauen der genauen Daten einfach mit der Maus oder Finger über die Legende oder die jeweilige Zahlenreihe gehen). Ihr seht, welche unglaublichen Mengen an Kartoffeln damals auf den deutschen Tellern landeten (186 kg/Jahr) und wie dieser Wert bis Anfang der 1980er Jahre um zwei Drittel gesunken ist (64,2 kg/Jahr). Seither hat der Kartoffelverzehr lediglich kleinere Schwankungen erlebt und sinkt in den letzten Jahren nur noch schwach auf 57,7 kg im Jahr 2014. Das (Rest-)Gemüse kam 1950 nur auf rund 50 kg/Jahr, stieg bis 1980 aber sprunghaft auf knapp über 80 kg/Jahr und steigt seither weiter - kleinere Schwankungen ausgenommen - jedes Jahr leicht auf den Wert von 93,7 kg/Jahr im Jahr 2014.

Webwatch zum Thema Gemüse (inkl. Kartoffeln):



Unser täglich Essen - Männer und Frauen im Vergleich

Unser täglich Essen - Männer und Frauen im Vergleich

Frauen essen mehr Gemüse, Obst und Süßigkeiten, Männer mehr Fleisch. Das wäre zumindest mein Verdacht im Bezug auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Ernähung. Ein Blick in die Statistik soll zeigen, ob diese Vermutung der Realität entspricht.

Klischees sind bei der Frage nach den unterschiedlichen Gewohnheiten von Mann und Frau schnell zur Hand: Frauen gehen täglich shoppen, telefonieren stundenlang mit der besten Freundin und blockieren ständig das Bad. Männer gucken immer Fußball, reden stundenlang nicht ein Wort und denken pausenlos an Sex. "Dürfte in etwa hinkommen!" stimmen die Einen zu, "Stimmt doch gar nicht!" entgegnen die Anderen. Vermutlich ist an obigen Klischees (mal abgesehen von der Übertreibung und Verallgemeinerung) schon ein kleines bisschen was dran, aber trifft das auch auf den Eingangs erwähnten Verdacht zur Ernährung zu? Die Statistik sollte hier für Aufklärung sorgen, da hier die durchschnittlichen Werte abgebildet werden. Würde in der Statistik das Telefonierverhalten verglichen, könnte man also zum Beispiel sagen: Die Durchschnitts- Frau telefoniert 4 Stunden in der Woche, wohingegen der Durchschnitts-Mann lediglich 30 Minuten pro Woche telefoniert. Oder: Männer schauen im Durchschnitt 6,5 Fußballspiele in der Woche, Frauen 0,5 (aber nur weil WM war!).

Zurück zur Ernährung. In der Infografik seht ihr die Werte für den 'durchschnittlichen Verzehr ausgewählter Lebensmittelgruppen nach Geschlecht' an einem Tag. Wenig verwunderlich ist, dass Männer in der Summe mehr essen als Frauen, schließlich haben sie einen um etwa 400 -600 kcal (Kilokalorien) erhöhten täglichen Energiebedarf. Bei den meisten Lebensmittelgruppen liegt daher die konsumierte Menge bei den Männern mehr oder weniger deutlich über der der Frauen, andererseits liegen Frauen bei den gesunden Lebensmitteln vorne. Aber seht selbst...
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Jetzt schauen wir doch mal, ob die oben genannten Überlegungen zutreffen: Frauen essen mehr Obst? Ja, um etwa ein Viertel mehr Obst als Männer, etwa eine halbe Kiwi (33g) mehr am Tag. Frauen essen mehr Gemüse? Ebenfalls ja, aber nur minimal mehr (3g) als die Männer. Frauen essen mehr Süßigkeiten? Nein, hier haben Männer, wenn auch knapp (2g), mehr zugeschlagen. Und wie sieht es mit dem Fleischkonsum der Männer aus? Treffer! Hier gibt es einen deutlichen Unterschied im Vergleich zu den Frauen: Etwa 70g oder ein Wiener Würstchen am Tag mehr verzehren die Männer. Es gibt aber eine andere Gruppe von Lebensmitteln, bei dem mich die starken Abweichungen zwischen den Geschlechtern mehr überrascht haben: Brot, Backwaren und Getreideerzeugnisse. Diese Kategorie ist sowohl bei den Männern (305g) als auch bei den Frauen (230g) der absolute Spitzenreiter. Bei der Frage, wie dieser Unterschied zu erklären ist, hilft ein Blick auf die Produkte die dieser Kategorie angehören. Hier sind neben Brot, Brötchen, Brezeln und Croissants auch Nudelprodukte aber eben auch die (Tiefkühl-)Pizza vertreten. Offensichtlich decken Männer ihren höheren Kalorienbedarf in erster Linie also durch Fleisch und durch Brot, Pasta, Pizza und Co ab . Milch, Milcherzeugnisse, Käse und Quark sind die Lebensmittel, die bei Männern (200g) und Frauen (185g) an zweiter Stelle stehen. Bei den Männern folgen dann bereits Fleisch und Wurst, danach Gemüse, Pilze und Hülsenfrüchte (131g), knapp gefolgt von Obst (126g). Bei den Frauen steht dagegen Obst bereits an dritter Stelle (159g), gefolgt von Gemüse (134g), danach erst folgt Fleisch (86g). An den letzten Positionen herrscht wieder Einigkeit. Hier finden sich Kartoffel und Kartoffelerzeugnisse sowie Süßwaren sowohl bei den Männern (66g bzw.56g) als auch bei den Frauen (58g bzw. 54g).

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Die Daten zeigen: Frauen essen deutlich weniger Fleisch und dafür mehr Obst und Gemüse als Männer. Alleine diese Tatsache reicht aus um behaupten zu können: Frauen ernähren sich gesünder als Männer! Wenn ihr aber bei den relativen Angaben in der zweiten Grafik ganz genau hinsieht, findet ihr doch noch eine kleine Schwäche: Bei den Süßigkeiten greifen Frauen (6%) prozentual gesehen etwas mehr zu als die Männer (5%). Die Eingangs bemühten Klischees werden also statistisch durchaus bestätigt.

In einem weiteren Beitrag zu Ernährungsgewohnheiten habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wieviele von uns noch täglich frisch zu hause kochen und essen. Darin geht es unter anderem auch um die Fragen, wie Männer und Frauen ihre Fähigkeiten als Koch einschätzen, ob junge Leute besonders oft zu Fertiggerichten und Fastfood greifen und wer sich fürs Essen am meisten Zeit nimmt.


Webwatch zum Thema Ernährungsverhalten - Mann vs Frau:



Daten und Fakten zur Ernährung: Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in Deutschland

Soviel Gleich essen wir - Header
In loser Folge möchte ich ab sofort einen objektiven Blick auf Daten und Fakten zum Thema Ernährung wagen und euch die meist trockenen Statistiken als gut bekömmliche Infografiken servieren.
Aus aktuellem Anlass geht es zum Start dieser Reihe um die Frage: Wieviel - und welches Fleisch essen wir?

Risiken zu hohen Fleischkonsums

Erst vor kurzem wurde in den Medien erneut über die Gefahren des Fleischkonsums berichtet. Diesmal stand der Genuss von verarbeitetem Fleisch (Wurst und Schinken) und rotem Fleisch (Muskelfleisch aller Säugetiere) im Fokus. Nach Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC erhöht der regelmäßige Verzehr von Würstchen und Steaks das Risiko an Krebs zu erkranken. Wie so oft macht auch hier die Dosis das Gift: Je mehr Fleisch und Wurst wir essen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer (Darm-)Krebserkrankung. Die Frage darüber, welche Menge für den Einzelnen noch unbedenklich ist bleibt aber zunächst ohne klare Antwort. Von den Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es allerdings die Empfehlung, nicht mehr als 600g Fleisch und Wurst in der Woche zu verzehren. Ein gutes halbes Kilo Wurst und Fleisch in der Woche wären demnach also gerade noch in Ordnung. Über das gesundheitliche Risiko hinaus, gibt es selbstverständlich auch ethische Beweggründe auf (zu viel) Fleisch zu verzichten und auch im Hinblick auf seine Auswirkungen auf den globalen Klimaschutz ist die hohe Fleischproduktion kritisch zu sehen. Aber wie steht es überhaupt um unseren Konsum von Fleisch? Essen wir im Durchschnitt mehr oder weniger als die empfohlene Menge an Wurst und Fleisch in der Woche?

Das sagt die Statistik

Im Statistischen Jahrbuch für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten werden die Ernährungsgewohnheiten in  Deutschland bereits seit 1956 erfasst. Die neuesten (im Web) verfügbaren Daten stammen aus dem Jahrbuch 2014 und zeigen den Verbrauch für das Jahr 2013. In der Grafik wird der Verbrauch auch aufgeschlüsselt in die einzelnen Fleischsorten gezeigt. Hier stellt sich heraus: Bei uns Deutschen steht Schweinefleisch hoch im Kurs. Über 60% der verzehrten Fleisch- und Wurstwaren bestehen aus Schweinefleisch, mit großem Abstand auf Platz zwei landet (haha!) Geflügel mit knapp einem Fünftel. Rind- und Kalbfleisch machen 15% unseres Fleischverzehrs aus, Wild- (2%)  sowie Lamm- und Ziegenfleisch (1%) kommen in Deutschland eher selten auf den Tisch. Keine ganz große Überraschung soweit, aber wie sehen die absoluten Zahlen in Kilogramm aus? Aufs Jahr gerechnet ergibt sich in der Summe ein Pro-Kopf-Verbrauch von knapp über 60kg - und damit ein durchschnittlicher Verzehr von etwa 1.150g Wurst und Fleisch in der Woche. Laut Statistik überschreiten wir also die empfohlene Höchstmenge um knapp das Doppelte!

Soviel Fleisch essen wir - Infografik zum Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in Deutschland

Der aus der Statistik errechnete Durchschnittswert hat mich schon ein bisschen erstaunt. Über 1kg Fleisch und Wurst in der Woche! - Echt jetzt? Immerhin ernähren sich in Deutschland inzwischen über 10% vegetarisch oder vegan, verzichten also komplett auf Fleisch. Das bedeutet, dass die übrigen Fleischesser letztendlich im Schnitt noch mehr als die 1.150g pro Woche zu sich nehmen.

Ich esse weniger Fleisch als der Durchschnitt - oder doch nicht?

Gefühlt würde ich meinen persönlichen Konsum eher in der Größenordnung der empfohlenen Höchstmenge vermuten, aber bisher habe ich das auch noch nicht exakt festgehalten. Naja, wenn man jede Scheibe Salami, jedes Würfelchen Speck, dazu natürlich auch mal 'ne Bratwurst oder den Burger und am Wochenende gerne auch das Steak berechnet, kommt im Laufe einer Woche dann doch so einiges auf den Zettel. In den nächsten Wochen werde ich mal genauer darauf achten und versuchen meinen Fleisch- und Wurstkonsum in Zahlen zu erfassen. (Bericht folgt!)

Wie steht es um euren Fleischkonsum? Liegt ihr im unterhalb der empfohlenen Menge von 600g pro Woche oder toppt ihr noch den Durchschnittswert von 1.150g aus der Statistik? Antwortet gerne darauf in den Kommentaren!

Webwatch zum Thema Fleischkonsum: